Post vom Blog zum Abschied

Lieber Herr Kilian

Es ist ein geflügeltes Wort: selten wird so gelogen wie bei Beerdigungen und Verabschiedungen. Doch bei Ihnen darf es ruhig mal ehrlicher Lob sein – und das nicht zu knapp. Alles hat seine Zeit: Ihre Zeit als Bürgermeister ist Ende des Monats vorbei. Nicht weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Für Sie beginnt jetzt eine neue Zeit. Viel Zustimmung erhielten Sie bei Ihrer damaligen Wahl und diesem Vertrauensvorschuss sind Sie voll gerecht geworden. Ohne Sie heilig sprechen zu wollen, waren Sie für Kirn ein Glücksgriff zur rechten Zeit. Sie haben über Stadt- und Parteigrenzen hinweg Kommunalpolitik mit Herzblut gelebt. Unter Ihrer Leitung wurde im Stadtrat konzentriert, sachlich und vertrauensvoll zusammengearbeitet, um gemeinsam das Beste für die Stadt zu erreichen. Sie haben stets auf die zukunftsfähige Entwicklung der Stadt mit Augenmaß geschaut und sind immer ein „Bürgermeister für alle“ gewesen. Dass es zuletzt im Stadtrat mehr hakte, als Ihnen lieb sein konnte – geschenkt. Dass die Fusion trotz Protest die Stadt schluckte – geschenkt. Dass das Parkdeck noch immer in den Köpfen von Befürwortern spukt – geschenkt. In ein zwei Jahren wird niemand mehr auch nur ein Wort über diese Themen verlieren. Schon gar nicht Sie, aus Ihrer Ruhestands-Hängematte heraus. Sie hinterlassen große Fußstapfen, die es jetzt zu füllen gilt. So ganz wird das sicherlich nicht gelingen, schon gar nicht auf Anhieb, wohl auch deshalb, weil sich die Rahmenbedingungen vom Vollprofi hin zum Amateurstatus zurückentwickeln. Typen mit Ihrer ausgleichenden Art, Ihren Fleiß und Ihr Fingerspitzengefühl, aber auch Ihre klaren Aussagen und Ihre Erfahrung, warten zudem nicht an jeder Ecke. Doch einen „dynamischen und kreativen Macher“, der sich überdies auch auf Diplomatie versteht, braucht Kirn jetzt mehr denn je.

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