Leserbrief

Der Leserbrief ist eine schriftliche Meinungsäußerung, die gerade im Kirner Land kaum genutzt wird. Schade, denn jeder belebende Beitrag bereichert die Diskussion! Ich hatte Zeit und Lust den Parkhaus-Artikel vom 26. Oktober noch am Erscheinungstag zu kommentieren. Die Redaktion kann sich offenbar nicht dazu durchringen, diesen ins Blatt zu heben. Zumindest bisher nicht. Von daher stelle ich den mal auf den Blog:  

Mathematik ist so einfach

Warum billige Parkflächen schaffen, wenn es auch teurer und exklusiver geht? Für ein Parkhaus mit 168 Plätzen wollen SPD und FWG 1,1 Millionen Euro Eigenanteil investieren. Die schlechte Nachricht, die Stadt hat die Kohle nicht auf der hohen Kante hat. Im Gegenteil: Die drücken schon 23 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Die gute Nachricht, es gibt eine Alternative für ein teures Parkhaus. Für ein Bruchteil der Baukosten lassen sich ebenso 168 Plätze mit Hilfe eines dezentralen Parksystems gewinnen. Gleicher Effekt, nur zum Schnäppchenpreis und ohne Folgekosten geschweige denn zu erwartende heftige Gebührenanpassung. Nur logisch, dass sich die Einkaufs-Kunden bei der Umsetzung des Parkhaus-Projektes von dem liebgewonnenen billigen Tickets verabschieden müssten. Wie überhaupt dieser Aspekt bei der Diskussion viel zu wenig in den Fokus gerückt wird. Eigentlich müssten sich die Stadtväter angesichts des Spareffekts jubelnd auf die Schenkel klopfen, tun sie aber nicht. Zumindest nicht die Fraktionsmitglieder von SPD und FWG. Trotz mehr als akzeptabler Alternativ-Lösung, wollen die das Parkhaus um jeden Preis durchboxen. Warum? Warum für das exakt gleiche Ziel mehr investieren, als notwendig? Bürgermeister Martin Kilian hat die städtischen Finanzen im Blick und wirbt vehement und leidenschaftlich für die günstige Variante. Das macht er ja nicht ohne Grund? Gut, auch er plädierte einst für das Parkhaus, hat sich aber aus rein finanziellen Erwägungen heraus umentschieden. Verrückt, für seine Vernunftentscheidung pro dezentrales Parksystem wird er jetzt sogar von ganz fanatischen Parkhaus-Anhängern als Wendehals gebrandmarkt. Den Titel hat sich der Stadtchef nicht verdient. Im Gegenteil: Ihm gebührt Respekt und Anerkennung für seine Gabe und seinen Mut, sich neuen Voraussetzungen anpassen zu können. Er hat die Hintertür gefunden, die SPD und FWG partout nicht finden wollen. Sicherlich wäre auch er stolz auf ein Parkhaus in seiner Stadt, nur hat er eben begriffen, dass Kirn sich angesichts eines erdrückenden Schuldenstandes, in Verbindung mit wegbrechenden Gewerbesteuer-Einnahmen, ein solches Bauwerk einfach nicht leisten kann und darf, zumal, wenn eine günstigere Lösung startbereit auf dem Silbertablett serviert werden kann. Haushalts-Mathematik kann so einfach sein. Ein stückweit wird es nun an ihm hängen bleiben SPD und FWG diese an sich simple Gleichung beizubringen. Erweisen die sich als gelehrige Schülerinnen und Schüler, dann sollte ihm das bis zum Entscheidungstag 21. November auch gelingen. Falls nicht, ist Hopfen und Malz eh verloren, um es mal in der Kirner „Bier-Sprache“ auszudrücken.“

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