Was war ausschlaggebend für den Wahlerfolg von „TJ“

Eine erste Analyse

Die Würfel sind gefallen. Aber sowas von! Thomas Jung schafft den angekündigten Volltreffer und wird Bürgermeister der neuen VG Kirner Land. WOW! Was überrascht, ist die Deutlichkeit. 1399 Stimmen Vorsprung gegen seinen ärgsten Konkurrenten Oliver Kohl (SPD), wenn das mal kein Vertrauensvorschub in XXXXL-Größe ist. Der Wähler wollte einen unbedarften Bürgermeister – keinen mit Stallgeruch und schon gar keinen mit Parteibuch. So gesehen, hatte Oliver Kohl zu keiner Zeit auch nicht den Hauch einer Chance. Kohl, er ist die tragischste Figur an diesem Wahlabend. Er hat sich für seine Partei geopfert, als Martin Kilian nicht wollte und er ist bei diesem Himmelfahrtskommando baden gegangen. Der Werkleiter konnte sich zu keiner Zeit so richtig von den regionalen Altlasten freischwimmen. Hinzu kommt der desolate Zustand der Bundes-SPD. In erster Linie wurde nicht Kohl, sondern die SPD abgestraft. Die erlebt gerade ein Drama. Zumindest was den Bürgermeister-Posten angeht, hat die Partei ihr Gespür für Strömungen im Volk verloren. Das Kirner Land wollte keinen Sozialdemokraten mehr an der Spitze des Rathauses. Basta! Mit ausschlaggebend für den Wahlerfolg des Oberhausener Bürgermeisters, sind dessen unbestrittene Sympathiewerte. Der Vereinsmeier genießt bei Jung und Alt einen „Every-bodys-Darling-Status“. Dagegen ist eben schwer anzukommen. Sogar in Hennweiler rangiert er mit knappen Abstand vor dem Lokalmatadoren Kohl. Insgesamt 27 von 30 Wahlbezirken fielen an Jung. Die Statistik ist niederschmetternd. Die SPD wird jetzt ihre Wunden lecken. Tröstlich dürfte dabei die Tatsache sein, dass die SPD trotz zweistelligen Verlusten nach wie vor die stärkste Fraktion im neuen VG-Rat stellen wird. Für Kohl beginnt die Woche an seinem angestammten Arbeitsplatz. Wie immer halt. Jung wird ihm helfen, über sein persönliches Waterloo hinwegzukommen. Eher ungewollt brachte sein SPD-Parteikollege Markus Stein einen weiteren Grund des Scheiterns auf den Punkt: Wörtlich schrieb der: „So etwas tut weh, egal wie abgeklärt wir Politiker erscheinen. Aber eines steht fest: Oliver ist und bleibt für mich ein absoluter Verwaltungsexperte, der das Geschäft von Anbeginn seiner beruflichen Laufbahn kennt.“ Und eben einen reinen Verwaltungsexperten wollten die Menschen im Kirner Land eben nicht auf dem Chefsessel wissen. Die wollen einen unbedarften quirligen Macher, einer der mitreißt und vorangeht! Auf eine an Jung gerichtete Frage beim ersten Wal-Podium, welche Schlagzeile er nach 100 Tagen über sich lesen möchte, antwortete der: „Mit Thomas Jung kam der frische Schwung!“ An den Worten wird er sich messen lassen müssen.   

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