Mit Erfahrung und Kompetenz?

„Mit Erfahrung und Kompetenz beide Verwaltungen zusammenführen!“ – Große Worte, mit denen Bürgermeister-Kandidat Oliver Kohl auf Stimmenfang geht. Wie reimte doch schon Wilhelm Busch so treffend: „Bescheidenheit ist eine Zier, doch besser lebt man ohne ihr.“ Basiert die kraftstrotzende Selbsteinschätzung von Kohl auf seinem Wunschdenken oder hat der Knabe wirklich etwas auf dem Kasten? Ist er einer, der sein Handwerk versteht? „Mit 25 Jahren Berufserfahrung in der Kommunalverwaltung – seit sieben Jahren Werkleiter der kommunalen Betriebe bei der Verbandsgemeinde Kirn-Land und insgesamt seit 17 Jahren in Führungsverantwortung – können Sie sich darauf verlassen, dass ich das Amt des Bürgermeisters von Beginn an sachkundig und zuverlässig ausüben werde.“ Boah, was für große Worte. Gut, dass die Decken der Verwaltung aus solidem Beton gegossen sind. Der SPD-Kandidat wäre längst durch sie hindurchgeschossen und zwar vom Keller bis hinauf zum Dachgeschoss. Zurecht? Ja? Nein? Vielleicht? Möge sich jeder sein eigenen Bild machen. Nun, über Erfolge seiner täglichen Arbeit liest man jedenfalls nichts in den Hochglanz-Werbeblättchen. Komisch, wenn schon klotzen, dann doch richtig! Hochwasserschutz ist ja eines seiner Kern-Themen, dem er sich im Falle seines Wahlsieges auf VG-Ebene intensiver widmen möchte. Warum erst jetzt? Beschlüsse aus mehreren Gemeinden, etwa Bärenbach, lagen schon länger auf seinem Tisch. Kohl hätte reichlich Zeit und Gelegenheit gehabt sich denen zu widmen, doch passiert ist bis heute nichts. Jedenfalls nichts, was man in Mutter Natur sieht. Nicht gerade eine Sternstunde seines Wirkens ist das Neubaugebiet in Hochstädten, wo er trotz Experten-Rat den Kanal in die falsche Richtung plante. Fast noch schlimmer ist die Tatsache, dass der Ortsgemeinderat seinen Vorschlag seinerzeit durchwinkte. Schilda lässt grüßen! Die Folge: Zwei Bauplätze werden wohl für immer und ewig unverkäuflich bleiben. Kleiner Lapsus, der aber für ihn persönlich folgenlos blieb. Und Hochstetten-Dhaun ist überall. Wie schreibt doch Kohl über sich: „Ich verfüge über den fachlichen Hintergrund, den ein VG-Bürgermeister mitbringen muss.“ An gesundem Selbstbewusstsein scheint es dem Kandidaten jedenfalls nicht zu mangeln. Merke, fachlich beflissen müssen vor allem Zuarbeiter und Bürokraten sein. Ein Bürgermeister braucht andere Qualitäten. Empfohlen sei deshalb Thomas Jung, denn der hat nicht nur den fachlichen Hintergrund, sondern auch den frischen Schwung.

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