Steigt das Wahl-Fieber?

Wie tickt eigentlich Wahlkampf? Flyer statt Facebook, Bürgertreff statt Instagram, Kulis und Feuerzeuge statt Klicks: Die Parteien im Kirner Land setzen in der heißen Phase des Wahlkampfes vor allem auf den engen Kontakt an gut besuchten Hot-Spots. Vor allem der Marktplatz von Kirn war am vergangenen Samstag bunt zusammengewürfelt – grün, rot, schwarz und orange. Gelb? Die Liberalen zogen es vor sich vor dem Edeka zu postieren. Irgendwie passend, weil im Edeka-Logo ja auch gelb hervorsticht. Jeder der nicht auf drei auf den Bäumen saß wurde angesprochen. Ins Gespräch kommen, Zuhören und auf die Sorgen der Bürger eingehen: Auf der Straße ist das Prinzip für alle Parteien stets gleich. Nach der Devise kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, werden auch diese on top angeboten. Und wie kommt die überfallartige Bürgernähe so an? Haben die Menschen überhaupt Bock auf ein solches Schauspiel, welches sich meist unter Pavillons in den Farben der Parteien abspielt? Naturgemäß dürften die Meinungen diesbezüglich weit auseinandertriften. Je nach Interessenlage, sind die Menschen begeistert oder einfach nur genervt. Was auffällt, in der Stadt scheint eine gewisse Wahl-Müdigkeit vorzuherrschen. Von wegen Wahl-Fieber, viele Menschen haben wenig bis gar keine Vorstellungen vom neuen Verbandsgemeinde-Rat. Die Gefahr besteht, dass die Wahlbeteiligung daher eher niedrig ausfallen wird. Hinzukommt, dass die Stadt keinen eigenen Kandidaten für den Bürgermeister stellt. Der Schuss kann nach hinten losgehen und die Vertreter aus dem Mittelzentrum Stimmen und letztlich Plätze kosten. Ohne Zugpferd ist es immer schwer. Die Wahlbeteiligung nächste Woche wird die Befürchtung stützen oder in die Tonne kloppen. Man wird sehen. Einen Samstag haben die Parteien noch, um auf der Straße auf sich aufmerksam zu machen. Zwischendurch läuft die Kampagne im Netz weiter. Wie gut das es das Internet gibt.

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