Nachlese zum ersten Wahl-Podium

Die Podiumsdiskussion mit den Bürgermeister-Kandidaten war bei weitem nicht das erhoffte ganz große Kino. Eher ein langatmiger Streifen. Anstatt den begehrten Oscar, vergibt der Blog nur die Goldene Himbeere. Schade! Dabei wäre viel mehr an Spannung und Action drin gewesen. Gewiss nicht alle, aber der eine oder andere Besucher dürfte sich mehr vom ersten direkten Aufeinandertreffen der Kandidaten erhofft haben. Die Hauptdarsteller haben irgendwie nicht gezündet. Sie wirkten insgesamt gehemmt. Es wurde so gar nicht richtig gerungen um die besten Argumente, geschweige denn mal ein Statement rausposaunt. Es plätscherte so dahin. Neuer Input = Fehlanzeige! Hallo, es ging im Gesellschaftshaus um den Job des Bürgermeisters für das Kirner Land. Da hätte es etwas mehr Leidenschaft und eine Spur mehr Dramaturgie sein dürfen. Der Dialog verlief alles in allem unspektakulär, sicherlich auch deshalb, weil die Protagonisten sich gegenseitig nur mit Samthandschuhen anpackten. Wie kleine Wattebällchen flogen die vorbereiteten Antworten auf die sechs bekannten Fragen durch die Luft. Merke, im Wahlkampf sind harte Bandagen erlaubt, ja sogar gewünscht. Beim nächsten Termin bitte mehr Ecken und Kanten zeigen und ruhig mal die Ellbogen ausfahren. Die eine oder andere sachliche Blutgrätsche darf es ruhig auch mal sein. Es gilt Positionen klarer zu definieren und sich abzugrenzen. Insgesamt war es eine zähe Kiste, was sicherlich auch am Moderator lag. Die Kandidaten können nicht brennen, wenn der das Feuer unter ihren Allerwertesten nicht ordentlich schürt. Film und Regie waren daher weder Fisch noch Fleisch. Ein echter Stresstest geht anders. Hoffen wir mal auf die Fortsetzung in Heimweiler. Um die langweilige Diskussionsstruktur aufzubrechen, braucht es neue Konzepte. Unbedingt! Hoffentlich verfolgen die Liberale einen anderen Ansatz. Sonst wird das wieder nix mit einem spannenden Podium. Mehr zu dem Thema im Wochenrückblick.

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