Wahlkampfhomepage: Kohl, die Erste!

Es sind bald wieder Wahlen, demokratische Zeiten Politikern zu sagen, was man von ihnen und ihren Auftritten hält: In diesen Zeiten lassen es die Kandidaten vor allem gerne menscheln – auch und gerade Oliver Kohl. Ist er nicht ein Schwiegermutter-Typ wie aus dem Katalog: smart, gutaussehend, gebildet, korrekt, ein stabiler Anker in Fusions-Zeiten. Keine Frage, in der SPD-Basis-Welt sticht Oliver Kohl als einzig vorzeigbarer Kandidat für den Bürgermeister-Job heraus. Sicherlich ein solider Mann mit Prinzipien, der jedoch erst beweisen wird müssen, dass er nicht ausschließlich als Steigbügelhalter an den Fäden grauer Eminenzen wahrgenommen wird. Wie jeder weiß, gibt es die ja reichlich. Der SPD-Kandidat hat diese Woche seine Wahlkampf-Homepage „MIT KOMPETENZ UND ERFAHRUNG FÜR KIRN UND DAS KIRNER LAND“ online gestellt. Boah, viel dicker kann man nicht mehr auftragen. Der Blog reagiert allergisch, wenn übermäßig viel Heile Welt inklusive Homestory, Versprechen und guten Worte unter das Wahlvolk transportiert werden. Nicht zu vergessen die netten Smiley-Bildchen in Hochglanzformat, geschossen in altehrwürdiger Kulisse auf dem Dhauner Schloss. Viel zu klischeehaft, das ganze Paket. Merke, weniger ist mehr. Mit jedem weiteren Klick verfestigt sich der Eindruck, als stiege ein neuer Messias vom Himmel herab. Einer, der das Kirner-Land durch die Fusion in blühende Landschaften führen will, das auch kann und letztendlich sogar wuppt. Blöd nur, dass in unserer harten realen Welt Märchen mit Politik so gar nichts gemein haben. Der Wähler kann sehr wohl unterscheiden, inwieweit solche visuellen Auftritte überdreht wirken. Spielt der Mann nicht eher eine eher aufgezwungene Rolle, jeden Tag, auch, um seiner Partei zu gefallen? Echtheit, Aufrichtigkeit, Authentizität – was ist das eigentlich und trifft das bei einer solchen betont subjektiv empfundenen Selbstdarstellung noch zu? Zugegeben, Klappern gehört zum Handwerk, aber dennoch muss die Frage erlaubt sein. Ist eine solche Homepage noch vermittelbar und glaubhaft, wenn ein auf den Sockel gehobener „Verwaltungsmensch“ etwas zu dick aufträgt? Sorry, die Plattform passt so gar nicht zu seinem doch eher zurückhaltenden Wesen. Apropos Übermensch, passende Comic-Bildchen mit dem fliegenden „Super-Oli“ sucht man auf der Homepage leider vergebens. Nur schade, denn diese Art von Humor hätte dem Blog gefallen!

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