Das Wort zum Sonntag

Ein Leserbrief diese Woche stimmt nachdenklich. Nachdenklich deshalb, weil ein Ortsfremder Hochstetten-Dhaun und die Großbaustelle als eine einzige optische Katastrophe wahrgenommen hat. Zugegeben, der stand bei der Durchfahrt unter den negativen Eindrücken eines im Neuaufbau befindlichen Verkehrsleitsystems mit Kreisel und Umleitungen. Dennoch, was er schildert, lässt tief blicken. Blicke auf kahle Steilhänge sowie freigelegte Häuser darüber, Höhenunterschiede, Steilkurven, Brückenpfeiler, Mauern, Steine, triste Landschaften – kurzum, ein Sammelsurium optischer Fehltritte, die für eine inselartige Lösung einer Ortsumfahrung gerne in Kauf genommen werden. „Was hat man sich bei diesen Planungen nur gedacht? Warum führt man eine Umfahrung im engsten aller Radien an einem einzigen Ort vorbei und spart die Nachbarorte Simmertal und Martinstein komplett aus? Warum nur Flickwerk und keine Gesamtlösung?“ Die Fragen des Fremden sind zwar nicht neu, aber durchaus berechtigt. Er sieht in dem ganzen Konzept so überhaupt keinen Sinn. Zwischen den Zeilen ist herauszulesen, dass er Hochstetten-Dhaun und die Menschen, die dort wohnen, bedauert. Seine Anteilnahme und sein Mitleid über eine an sich positiv behaftete Maßnahme auszudrücken, die doch für alle ein nachhaltiger Gewinn darstellen soll, hat schon was Bizarres. Insgesamt keine schöne Vorstellung, wenn einzelne Durchreisende so über unseren Heimatort befinden, und ihre Erkenntnis auch noch in die Welt tragen.

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