So schaut’s aus: Eine gefühlte Abwahl

Die Wähler haben ihrem Ortsbürgermeister zwar einen Dämpfer verpasst, lassen ihn aber weitermachen

„Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss“ – Das Minimalisten-Sprichwort aus dem Volksmund lässt sich jedoch nicht eins zu eins auf alle Lebenslagen übertragen. Das wird oft im Sport verwendet – in dem Sinne, dass ein knapper Sieg mit begrenztem Aufwand eben auch ein Sieg ist und ein deutlicherer Sieg keinen Vorteil brächte. Ein mehr oder weniger knapper Sprung über die 50-Prozent-Hürde als SPD-Einzelbewerber und zugleich Amtsinhaber bei einer Bürgermeister-Wahl hingegen, kommt auf jeder politischen Bühne eher einer gefühlten Niederlage gleich. Kein Desaster zwar, aber doch irgendwie krachend. Hans Helmut Döbell konnte lediglich 60,26 Prozent auf sich verbuchen. Im Klartext entzogen ihm satte 40 Prozent das Vertrauen und stimmten mit „Nein“. Berücksichtigt man die Unzufriedenheit der Nichtwähler, die ihren Protest nicht an die Wahlurne trugen, dann wäre es hauchdünn geworden. Autsch, das tut weh! Die Wahl wird nicht ohne Folgen bleiben. Hat das für ihn sicherlich enttäuschende Ergebnis Auswirkungen auf seine zukünftige Amtsausübung? Denkbar! Egal wie, wenn sich ein 60-Prozent-Bürgermeister, unter diesen vom Wähler auferlegten Voraussetzungen, weitere fünf Jahre motivieren kann, das Amt auszuüben, dann beweist der Mut und verdient größten Respekt. Dennoch, er wurde abgestraft und muss nunmehr die Last des Makels tragen. Nicht gerade angenehm und erstrecht nicht spaßfördernd. Fakt ist, er wurde öffentlich abgewatscht. Er hat von vielen Bewohnern einen Dämpfer erhalten, darf aber weitermachen. Nur Gesetz den Fall, es hätte einen Gegenkandidaten gegeben, dann hätte der wahrscheinlich seinen Platz mit respektablem Vorsprung eingenommen. Auch damit muss der alte und neue Ortschef erst einmal klarkommen. Das Politik-Urgestein verweist in Krisenzeiten stets auf seinen breiten Rücken. Daher sollte ihm das Gelingen.

Der Vollständigkeit halber, nicht viel besser hat Parteikollege Lars Reidenbach abgeschnitten. Der SPD-Ortsvorsteher aus Dhaun konnte lediglich 64 Prozent Zustimmung auf sich verbuchen. Sein Kollege aus Hochstädten dürfte da schon wesentlich mehr Rückenwind zu spüren bekommen. Bei Karl-Friedrich Schmidt (FWG) setzten 89,3 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen auf „Ja“. Chapeau! Alle drei stellten sich als Einzelbewerber zur Wahl.

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