Geldquelle Gartenfest

Schönes Fest, aber Eintritt nicht gerechtfertigt!

Eine Meinungsäußerung

Nur, um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen, der Blog war und ist Dauergast sowie Befürworter des „Romantischen Gartenfestes“. Warum? Das von Beatrix Schöll liebevoll zusammengestellte Picknick unter Freien Himmel sprüht Jahr für Jahr inmitten alten Gemäuers einen ganz besonderen Charme aus, der nicht nur Gartenfreunde in seinen Bann zieht. Alles wäre gut, gäbe es nicht eine klitzekleine Kehrseite. Ungeachtet des individuellen Flairs, stellen sich viele Gäste dennoch immer wieder die beiden gleichen Fragen: „Ist der Eintrittspreis angemessen? Warum wird überhaupt Eintritt erhoben?“ Warum täglich 5 Euro für die Passage durch das Schlosstor berappen, wenn die Gegenleistung „nur“ ein Markt mit Ständen ist, für die alle Aussteller – gestaffelt nach Ausdehnung – gesondert Gebühren bezahlen müssen. Und das nicht zu knapp! Rund 6000 Euro waren es 2018 insgesamt. Greift hier etwa die Devise, wonach Qualität seinen Preis hat oder vielmehr das Streben nach dem schnellen Geld? Man darf das Eintritts-Modell ablehnen und auch äußern.

Ist die hier praktizierte doppelte Kalkulation, aus Eintritt und Standgebühren, zielgerichtet und bewusst auf ein Maximum an Ertrag ausgelegt? Hat die Verbandsgemeinde eine solche Strategie notwendig? Mehr noch: Widerspricht das gewinnorientiert Denken und Handeln nicht einer immer wieder gerne gepriesenen Bürgerfreundlichkeit? Subjektiv empfunden, schwimmt in der praktizierten Außendarstellung das Streben nach dem schnellen und einfachen Euro durch Erhebung von Eintritt mit? Drängt sich die Frage auf, braucht man in den Amtsstuben ein zusätzliches „Sonder-Budget“ oder anders formuliert loses „Spielgeld“? Und wenn ja, für was. Diesbezüglich wird der Steuerzahler Jahr für Jahr im Unklaren gelassen. Man hüllt sich stets in Schweigen über die Zweckbestimmung.

Wo fließt der Gewinn hin? Eine Antwort darauf gibt es nicht – zumindest nicht öffentlich. Gelebte Transparenz geht fürwahr anders. Und wenn schon Eintritt verlangt wird, dann sollte doch bitteschön eine ordentliche Gegenleistung aufgefahren werden. Im letzten Jahr gab es weder Bühnenprogramm noch Musikunterhaltung. So gesehen gab es bisher noch keinen Ausschlag ins Minus. Im Gegenteil: Stets ging man mit einem fünfstelligen Plus aus der Veranstaltung – gemutmaßt werden Minimum 10 000 Euro pro Jahr – hervor. Da könnte man doch glatt die Eintrittspreise abschaffen oder zumindest senken. Vorteil, brächte unter dem Strich sicherlich auch mehr Umsatz für die Aussteller.

Oder ist das zu viel verlangt? Wie denken die Menschen darüber? Die Kommentar-Funktion ist geschaltet. Nochmals, der Blog liebt das Fest im Schlossgarten, prangert aber die maximal gewinnorientierte Strategie des Veranstalters an. Nur mal so nebenbei bemerkt, die Verbandsgemeinde ist nicht mit einem gewinnorientierten Veranstalter zu vergleichen, der Personal bezahlen muss. Die Kritik wird wahrscheinlich nichts ändern an der Denke in den Amtsstuben, aber der Standpunkt soll zumindest ein wenig aufklären.

Wenn das Wetter mitspielt, dürfte die Geldquelle am 11. Und 12. Mai erneut sprudeln – in die Taschen der Verbandsgemeinde.

Restzweifel bleiben

Der Blog muss und will, hier und jetzt, Abbitte leisten! Stets prangerte der die Eintritts-Strategie der Verbandsgemeinde im Zuge des Romantischen Gartenfestes an. Der Blog unterstellte der Behörde den Drang nach dem schnellen Euro. Nun stellt sich aber heraus, dass wiederverwertend die Einnahmen ausnahmslos zweckgebunden auf dem Schloss bleiben, und nicht, wie fälschlicher Weise vom Blog angenommen, in großen Teilen dem Verbandsgemeinde-Budget zugeführt werden. Im neuerlichen Pressegespräch wurde seitens der Verbandsgemeinde sinngemäß verkündet und diesbezüglich klargestellt: „Abzüglich aller Unkosten fließt der komplette Überschuss in die Erhaltung des Schlosses!“ Komplett alles, also nicht nur die Standgelder, sondern auch der Eintritt. Hört, hört! Wurde das in der Vergangenheit auch so gehandhabt? Kann man den Aussagen Glauben schenken? Zumindest leise Restzweifel bleiben. Sei’s eben drum, wenn das wirklich so ist, dann zückt der Gartenfreund sicherlich gerne den Geldbeutel und zahlt die fünf Euro an der Tageskasse. Ohne Gegrummel und Gemurre., jetzt ja wohlwissend, dass nach der Bilanz Gewinn und Verwendungszweck bekanntgegeben werden.